LEBEN UND TOD: Innovationen und Wohlwollen – Der Ideen.Campus 2026

von FUNUS Stiftung (Red.)

Illustration: Schwarwel

Am 10. und 11. April 2026 fand wieder die Messe LEBEN UND TOD in Bremen statt. Diese Messe hat sich in den vergangenen 15 Jahren zu DEM Treffpunkt für all diejenigen entwickelt, die sich mit den unterschiedlichsten Fragen rund um das Lebensende befassen. Gegründet und konzipiert wurde die Messe von Meike Wengler – aus der Erkenntnis heraus, dass es für nahezu alle Bereiche menschlicher Existenz eine eigene Messe gibt, nur eben für den uns alle verbindenden Tod nicht. 

Seit 2025 ist der Ideen.Campus ein wesentlicher Bestandteil der LEBEN UND TOD.

Was ist der Ideen.Campus?

In ihrer langjährigen Tätigkeit als Messechefin musste Meike Wengler die Erfahrung machen, dass viele innovative Menschen viele wunderbare Ideen rund um das Lebensende entwickeln – diese Ideen aber nie realisiert werden, weil sie keinen Platz finden, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Um dem abzuhelfen, sprach sie im Herbst 2024 Frank Pasic an. Der ist Geschäftsführer des FLAMARIUM, ein konzeptionell arbeitendes Krematorium in Sachsen-Anhalt, und Vorsitzender der aus dem FLAMARIUM hervorgegangenen gemeinnützigen FUNUS Stiftung, die sich für die Förderung der Bestattungs- und Endlichkeitskultur einsetzt. Gemeinsam entwickelte man ein Konzept für einen Campus – also einen geschützten Ort, an dem Ideen niedrigschwellig und ohne hohen Kostenaufwand entwickelt, vorgestellt und diskutiert werden können.

Damit war der Ideen.Campus geboren, der nunmehr nach der Prämiere 2025 zum zweiten Mal in einer Kooperation von LEBEN UND TOD, FLAMARIUM und FUNUS Stiftung umgesetzt wurde.

Der Ideen.Campus 2026

Im Herbst 2025 begann die Organisation mit einem öffentlichen Aufruf, sich für sechs freie Plätze auf dem Campus zu bewerben. Aus zahlreichen Bewerbungen wurde diese Gründerinnen von Startups bzw. Ideenentwicklerinnen ausgewählt:

  • formorgen/Evig Urne
    Dieses jungen Startup aus Kiel hat eine Urne aus Pilzmyzel entwickelt, die sich sowohl optisch als auch haptisch von den bisher gängigen Urnen unterscheidet. Sie löst sich innerhalb kürzester Zeit im Erdreich auf und belastet diesen nicht.
  • kreiswärts
    kreiswärts ist ein Blog, der sich mit Fragen der Nachhaltigkeit in der Bestattungskultur befasst und aufdeckt, dass sich diese beiden Begriffe keineswegs ausschließen. Der Andrang am kreiswärts-Stand zeigt, dass diese Thematik viele Menschen umtreibt.
  • mount memory
    Hierbei handelt es sich um eine digitale Plattform, die dabei helfen soll, Trauernden Anteilnahme auszudrücken, die über das sperrige „mein Beileid“ hinausgeht. Durch das Teilen von Worten, Erinnerungen und Bildern kann eine tiefere Form der Anteilnahme ausgedrückt werden.
  • ASHAM – Die Abschiedsmappe
    Wenn ein Mensch stirbt, stehen die Angehörigen oftmals vor einem Berg an Aufgaben. Diese digitale Abschiedsmappe hilft, schon zu Lebzeiten Dinge zu ordnen und Wünsche zu äußern. Dabei wird ein Höchstmaß an Datensicherheit gewährleistet.
  • nemojo
    Eine andere Variante der digitalen Kommunikation im Trauerfall ist nemojo. Die digitale „Traueranzeige zum Teilen“ ermöglicht es Familien und Freunden rund um den Erdball, die Erinnerung an eine verstorbene Person dauerhaft aufrecht zu erhalten.
  • Studio Komplementaer
    Hinter Studio Komplentaer verbirgt sich der Künstler Micha Schmidt aus Köln. Der ausgebildete Mediengestalter und studierte Philosoph und Theologe bündelt seine Fähigkeiten und Erfahrungen, um poetische Objekte zu erschaffen – wie dem „Hoffnungsschimmer“, eine Art Altar, an dem keine Kerze entzündet, sondern ein Pergamentpapier in eine Lichtöffnung eingefügt wird.

Die Resonanz auf den Ideen.Campus in Bremen war überwältigend. Der Raum inmitten des Messetreibens wurde als Ort der Ruhe wahrgenommen und lud zum Verweilen aber auch zum Austausch ein. Dazu trug auch der harmonische Umgang unter den Ausstellenden bei – hier hat Meike Wengler wieder mal ein gutes Händchen bewiesen.

Der nächste Ideen.Campus findet am 16./17. Oktober 2026 auf der LEBEN UND TOD in Freiburg statt.